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Prag - Theresienstadt - Auschwitz-Birkenau - Leningrad

von Evelina Merová, Hannelore Brenner-Wonschick

16,50 EUR
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Details

ISBN
9783000519338
Verlag
Edition Room 28 (Berlin)
Erschienen
15.03.2016
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
Seiten
144
Einband
Audio
Kategorie
Hardcover, Softcover / Sachbücher/Geschichte/Biographien, Autobiographien

Beschreibung

Evelina Merová, geboren als Evelina Landová am 25. Dezember 1930 in Prag, war acht Jahre alt, als mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Prag am 15. März 1939 ihr Leben aus der Bahn geriet. Im Juli 1942 wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort lebte sie bis zum Dezember 1943 im Zimmer 28, L 410 Theresienstadt. Sie gehört zu den "Mädchen von Zimmer 28", deren Geschichte mit dem Buch und der Ausstellung von Hannelore Brenner international bekannt wurde. Im Dezember 1943 musste Evelina auf Transport. Sie kam nach Auschwitz-Birkenau. Dort lebte sie über ein halbes Jahr in dem von Fredy Hirsch organisierten Kinderblock im Theresienstädter Familienlager. Die Auflösung des Familienlagers im März 1944, die plötzliche Nachricht vom Tode Fredy Hirschs und die Nacht des 8./ 9. März 1944 - lebhaft schildert Evelia Merová, was ihr unvergesslich blieb - fast alle Menschen, die im September 1943 von Theresienstadt nach Auschwitz-Birkenau gebracht wurden, 3.972 Menschen, wurden in einer Nacht in den Gaskammern ermordet . Im Juli 1944 kam Evelina mit ihrer Mutter durch die letzte Selektion. Sie überstand das Martyrium, das folgte - Stutthof, Dörbeck, Guttau. Ihre Mutter überlebte es nicht. Schwer verletzt erlebte Evelina die Befreiung durch die russische Armee in Guttau. Sie kam in ein Militärlazarett in Deutsch-Eylau. Dann in einen Sanitätszug. In diesem Zug , der sie weit gen Osten nach Sysran brachte, erfuhr ihr Leben eine entscheidende Wende. Der russische Militärarzt Dr. Mer war von Evelina, die ihre ganze Familie verloren hatte, so berührt, dass er Evelina ein neues Zuhause anbot, bei ihm und seiner Frau, in Leningrad. Am 1. September 1945 begann für Evelina ein neues Leben - als Adoptivtochter des Ehepaars Mer. Damit hört Evelinas Geschichte nicht auf. "Die kleinen Siege" - so nennt sie den zweiten Teil ihrer autobiografischen Erinnerungen, im Gegensatz zum ersten Teil, den sie "Die großen Niederlagen" überschreibt. Das Leben in einem ihr fremden Land, mit neuer Identität, mit Adoptiveltern, die 'ihr Kind' nach ihren Vorstellungen erziehen wollen, die neue Sprache, die sie erlernen muss - all dies stellt Evelina vor große Herausforderungen. Wie sie dies meistert, wie sie ihr neues Leben einrichtet und lebt und dabei immer auch an ihre geliebte Heimatstadt Prag denkt, dem Kristallisationspunkt ihrer Sehnsucht, aber auch Synonym für all das, was sie verloren hat - all dies erfahren die Leserinnen und Leser aus diesem ungewöhnlichen und spannend zu lesenden Lebenslauf auf 144 Seiten.

Über den Autor

Evelina Merová, geboren als Evelina Landa am 25. Dezember 1930 in Prag, war acht Jahre alt, als mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Prag am 15. März 1939 ihr Leben aus der Bahn geriet. Im Juli 1942 wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie gehörte zu den "Mädchen von Zimmer 28", wovon seit 2004 ein Buch und eine Ausstellung erzählt. Im Dezember 1943 wurde sie nach Auschwitz-Birkenau transportiert. Dort lebte sie über ein halbes Jahr in dem von Fredy Hirsch organisierten Kinderblock im Familienlager. Sie kam durch die letzte Selektion im Juli 1944, überstand das Martyrium, das folgte und erlebte, knapp mit dem Leben davon gekommen, die Befreiung in Guttau, einem kleinen Ort im heutigen Polen. In einem russischen Sanitätszug, der sie von Deutsch-Eylau in ein Krankenhaus ins entfernte russische Sysran brachte, erfuhr ihr Leben erneut eine einschneidende Wende. Der russische Militarzt Dr. Mer bot ihr in Leningrad ein neues Zuhause. Im September 1945 begann für Evelina ein neues Leben, als Adoptivtochter des Ehepaars Mer. Viele Jahre war die geliebte Heimatstadt Prag für Evelina Kristallisationspunkt ihrer Hoffnung und Sehnsucht, aber auch Synonym für all das, was sie, die als einzige aus ihrer Familie den Holocaust überlebte, verloren hat. Im zweiten Teil des Buches schildert Evelina Merova ihr Leben in Leningrad, das am 1. September1945 begann.Sie war eine gute Schülerin, studierte Germanistik, wurde Hochschul-Lehrerin und heiratete den Architekten Simion Naimark. Ab 1960 reiste sie immer wieder zurück in die alte Heimat Prag, wohin sie nach dem Tod ihres Mannes 1885 übersiedelte. Ihr Sohn, der Künstler Viktor Naimark, lebt in Frankfurt a.M.; ihre Tochter in St. Petersburg. Für ihre Verdienste als engagierte Zeitzeugin erhielt Evelina Merová am 23. Mai 2018 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Am 8. Februar 2024 starb Evelina Merová in Prag.