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Aneignungen der Geschichte
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Aneignungen der Geschichte

Narrative Evidenzstrategien und politische Legitimation im europäischen Mittelalter

von Andreas Bihrer, Jan-Hendryk de Boer, Stephan Bruhn, Wolfram Drews, Michael Grünbart, Matthias Maser, Rosamond McKitterick, Sven Meeder, Roland Scheel, Katherine Simms, Patrick Wadden, Marcel Bubert

78,00 EUR
Gebunden
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Details

ISBN
9783412522315
Verlag
Böhlau Köln (Köln)
Erschienen
11.03.2024
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
Seiten
465
Einband
Gebunden
Abmessungen
23.5 x 16 cm
Gewicht
889 g
Kategorie
Hardcover, Softcover / Geschichte/Mittelalter

Beschreibung

Historische Argumente waren im europäischen Mittelalter ein wirksames Mittel des Vor-Augen-Stellens, das unterschiedlichen Zwecken dienen konnte. Ein solcher Zweck ist politische Legitimation. Um diese zu realisieren, wurde im politischen Feld des Mittelalters mitunter ein erheblicher Aufwand an Evidenzproduktion betrieben, der nicht nur eine Nutzung der Geschichte, sondern auch andere Praktiken der Evidenzherstellung involvierte. Ein Gebrauch der Geschichte, der bestimmte Tatsachenbehauptungen als augenscheinlich suggeriert, stellt demnach eine mögliche Technik in einem größeren Gefüge von Evidenzpraktiken dar, die im Mittelalter zum Einsatz kommen konnten, um Wahrheitsansprüche zu begründen, die zum Zweck politischer Legitimation relevant waren. Doch dieses Gefüge war im Laufe des Mittelalters auch epistemischen Wandlungsprozessen ausgesetzt, die sich auf die Art und Weise auswirkten, in der historische Argumente im politischen Feld zur Legitimation genutzt wurden. Die Geschichte, als tradiertes und kulturell sedimentiertes ‚Wissen‘ über die Vergangenheit, macht Nutzungsangebote, die sehr verschiedene Aneignungen ermöglichen. Welche Elemente dabei selegiert und zur Evidenzproduktion funktionalisiert werden, hängt jedoch auch von regional spezifischen Bedingungen und Machtverhältnissen ab. Der Band hat das Anliegen, diese (regionale) Vielfalt von Aneignungen der Geschichte im europäischen Mittelalter zu untersuchen.

Über den Autor

Andreas Bihrer ist Professor für Geschichte des frühen und hohen Mittelalters sowie für Historische Grundwissenschaften an der Universität Kiel.