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Europa ohne Identität?
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Europa ohne Identität?

Indes. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 2017 Heft 02

von Dennis Lichtenstein, Julia Schulze-Wessel, Gesine Schwan, Daniela Kallinich, Marcus Höreth, Jörn Ketelhut, Marius Guderjan, Ulrike Guérot, Emanuel Richter, Hauke Brunkhorst, Reinhard Marx, Franz Walter, Friederike Müller-Friemauth, Rainer Kühn, Margret Karsch, Klaus Wettig, Weronika Priesmeyer-Tkocz, Franz Walter

22,00 EUR
Taschenbuch
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Details

ISBN
9783525800218
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen)
Erschienen
14.08.2017
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
Seiten
156
Einband
Taschenbuch
Abmessungen
25 x 16.5 cm
Gewicht
334 g
Kategorie
Hardcover, Softcover / Politikwissenschaft

Beschreibung

Der Brexit, die Entscheidungsblockade beim Handelsvertrag CETA, die Wahlerfolge von Rechtspopulisten bei Europawahlen, die Unfähigkeit der Gemeinschaft zu gemeinsamem Handeln in der Flüchtlingskrise – diese wenigen Stichpunkte genügen, um zu veranschaulichen, dass die Europäische Union und mit ihr die Idee eines geeinten Europa in einer tiefen Krise stecken. Statt auf eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit setzen viele Mitgliedsstaaten auf Renationalisierung. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie sich damit und mit der Kritik an Europa im Bund mit Großteilen ihrer Bevölkerungen wähnen. Was macht »Europa« aus? Gibt es gemeinsame Traditionen, Werte, Erzählungen, auf die sich in Krisen zum Zwecke der Stabilisierung inneren Zusammenhaltes berufen werden kann? Gibt es eine europäische Idee – mithin: eine europäische Identität? Wie entstehen überhaupt Identifikationen mit Räumen und politischen Gebietseinheiten? Wieso also fühlen sich zahlreiche Menschen, wenn auch vielleicht nicht in erster Linie als Europäer, so doch als Franzosen, Deutsche, Italiener? Warum beschränken sich die Zugehörigkeitsgefühle nicht zum Beispiel auf viel kleinere Territorien oder die nochmals erheblich engeren verwandtschaftlichen Beziehungsnetze? Damit zusammenhängend soll desgleichen erörtert werden, woran es Europa mangelt, wo seine Defizite liegen – und ob und inwiefern sich diese korrigieren lassen: durch mehr oder weniger Integration; durch die Akzeptanz pluraler, entlang der Nationalstaatsgrenzen sich unterscheidender Einstellungen zu Europa oder deren überwindung? Schließlich: Gibt es die vielgeforderten neuen, attraktiven Europa-Erzählungen, und welche wären das?

Über den Autor

Prof. Dr. Franz Walter war bis 2017 Direktor des Göttinger Instituts für Demokratieforschung. Er ist einer der profiliertesten deutschen Parteienforscher.