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Erinnern als Überschritt
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Erinnern als Überschritt

Reinhart Kosellecks geschichtspolitische Interventionen

von Ulrike Jureit

26,80 EUR
Gebunden
Über Buchhandel bestellbar

Details

ISBN
9783835354357
Verlag
Wallstein Verlag (Göttingen)
Erschienen
14.04.2023
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
Seiten
192
Einband
Gebunden
Abmessungen
22.2 x 14 cm
Gewicht
384 g
Kategorie
Hardcover, Softcover / Geschichte/Kulturgeschichte

Beschreibung

Historiker Koselleck als geschichtspolitischer Akteur und streitbarer Intellektueller. Im Jahr 1993 stießen die Pläne der Bundesregierung zur Neugestaltung der Neuen Wache in Berlin auf erheblichen Widerspruch. Zu den schärfsten Kritikern dieser vor allem vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl forcierten Umwidmung gehörte Reinhart Koselleck, der wiederholt und für seine Verhältnisse ungewöhnlich lautstark Stellung bezog. Rückblickend erweist sich diese Kontroverse als der Beginn eines öffentlichen Engagements, das man zuvor von dem Bielefelder Historiker nicht kannte. Ob Neue Wache oder Holocaust-Mahnmal – Koselleck äußerte sich fortan ebenso deutlich wie zunehmend polemisch zu den im vereinigten Deutschland verhandelten erinnerungskulturellen Großprojekten. Das Buch setzt Kosellecks geschichtspolitische Interventionen zu seiner Verzeitlichungstheorie der Moderne in Beziehung, reflektiert sie biographisch und geht zudem seiner Verhältnisbestimmung von Erfahrung und Erinnerung nach. Das Nachleben vergangener Ereignisse im Modus des Erinnerns verstand Koselleck als ein Transformationsgeschehen, das er in Anlehnung an Martin Heidegger als Überschritt begrifflich zu fassen versuchte.

Über den Autor

Ulrike Jureit ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Sie forscht und publiziert zur Sozial- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.Veröffentlichungen u. a.: Denken im Raum. Friedrich Ratzel als Schlüsselfigur geopolitischer Theoriebildung (Mithg., 2021).