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Wer war der Mörder meines Bruders? - Die Sünde meiner Mutter
Zwei Erzählungen
von Georgios Vizyinos
17,80 EUR
Gebunden
Über Buchhandel bestellbar
Details
- ISBN
- 9783990210352
- Verlag
- Verlag der Griechenland Zeitung – Hellasproducts GmbH
- Erschienen
- 18.09.2020
- Auflage
- 1. Auflage
- Sprache
- Deutsch
- Seiten
- 111
- Einband
- Gebunden
- Abmessungen
- 19 x 12 cm
- Kategorie
- Hardcover, Softcover / Belletristik/Hauptwerk vor 1945
Beschreibung
„Wer war der Mörder meines Bruders?“ ist Vizyinos’ komplexeste Erzählung und darüber hinaus die erste Kriminalgeschichte der griechischen Literatur. Sie liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung vor. Eines seiner Hauptthemen sind die Grenzen der kulturellen Identität. Gekennzeichnet ist das Werk von einem dramatischen Geschehen, in dem scheinbare Gewissheiten permanent auf den Kopf gestellt werden. Vizyinos verlebte seine gesamte Kindheit und Jugend als Untertan des Osmanischen Reiches. Er schöpft hier aus seiner reichhaltigen Erfahrung der Koexistenz der türkischen und griechischen Bevölkerungsgruppe im Sultansreich. Kiamil, der zweifache Mörder, ist eine der typischen Vizyinos-Gestalten, die durch die Erfahrung unglücklicher Liebe aus der Bahn geworfen werden. Im Vordergrund von „Wer war der Mörder meines Bruders?“ stehen jedoch die Beziehungen und Konflikte der beiden Volksgruppen, die auch heute aktuellen Probleme der Koexistenz und der Anpassungsprozesse an eine fremde Kultur (Akkulturation).
Vizyinos setzte in seiner Kriminalgeschichte seiner Mutter ein literarisches Denkmal. In „Die Sünde meiner Mutter“ steht sie ganz im Mittelpunkt. Diese Erzählung gilt als das erste Beispiel der Ithographia – einer Untergattung erzählender Prosa, welche die Epik in Griechenland bis Anfang des 20. Jahrhunderts dominierte. Wie meistens bei Vizyinos ist auch in „Die Sünde meiner Mutter“ die Hauptfigur ein getriebener Mensch, auf dem ein schweres Schicksal lastet, dessen er sich durch verzweifelte und paradoxe Handlungsweisen zu entledigen hofft.
„Wer war der Mörder meines Bruders?“ und „Die Sünde meiner Mutter“ sind Familiengeschichten mit sehr starkem autobiographischen Bezug, die hauptsächlich im Heimatort des Autors und dessen näherer Umgebung spielen. Mit dieser Ausgabe liegen nun fast alle größeren Erzählungen von Vizyinos auf Deutsch vor. Der interessierte deutschsprachige Leser hat nun also die Möglichkeit, sich ein eingehendes Bild von diesem unverwechselbaren Pionier der griechischen Literatur zu machen.
Über den Autor
Georgios Vizyinos wurde 1850 im kleinen thrakischen Ort Vizyi (heute Vize) im Osmanischen Reich als Georgios Michailidis geboren. 1886 starb er in Athen. Mit 23 Jahren veröffentlichte er seine ersten Gedichte, durch die er schnell Bekanntheit erlangte. Diese ermöglichte ihm mit Hilfe von Sponsoren ein Auslandsstudium in Göttingen; nach Griechenland kehrte er 1884 zurück. Etwa in dieser Periode erschienen die meisten seiner Erzählungen. Vizyinos selbst sah sich primär als Lyriker. Heute wird er hingegen als einen der bedeutendsten griechischen Erzähler des 19. Jahrhunderts geschätzt und gilt als Mitbegründer der sogenannten Ithographia.
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