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Der Salon Zuckerkandl im Kontext von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit
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Der Salon Zuckerkandl im Kontext von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit

Populärwissenschaftliche Aspekte der Wiener Salonkultur um 1900

von Markus Oppenauer, Hubert Christian Ehalt

19,00 EUR
Gebunden
Über Buchhandel bestellbar

Details

ISBN
9783990280317
Verlag
Bibliothek der Provinz (Weitra)
Erschienen
09.07.2012
Sprache
Deutsch
Seiten
160
Einband
Gebunden
Abmessungen
21.5 x 15 cm
Kategorie
Hardcover, Softcover / Geschichte/Kulturgeschichte

Beschreibung

Das vorliegende Buch unternimmt eine Expedition in die wissen­schaftlichen und kulturellen Landschaften der Wiener Moderne. Anhand von Fallstudien werden die engen Beziehungen zwischen der Salongesellschaft im Haushalt der Familie Szeps-Zuckerkandl und der Wiener Volksbildungsbewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts nachgezeichnet und die sozialen, politischen und wissenschaftlichen Bedingungen dieser Relationen thematisiert. Die zahlreichen und vielgestaltigen (populär-)wissenschaftlichen Netzwerke werden als zentrales Element der kulturellen Physiognomie der Donaumetropole um 1900 vor­gestellt.

Aufgrund der breit gefächerten Provenienz seiner Gäste war der Salon im Haushalt von Bertha und Emil Zuckerkandl – in der Döblinger Nusswaldgasse und später in der Oppolzergasse an der Ringstraße – in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen und künstlerischen Milieus der Habsburgermonarchie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts fest verankert. Dieser gesellschaftliche Mikrokosmos bot seinen Mitgliedern eine Plattform für intensiven wissenschaftlichen Austausch, Debatten über kulturelle Phänomene und Entwicklungen sowie für angeregte Debatten im freundschaftlichen Kreis. Ihren festen Platz innerhalb des intellektuellen Netzwerks hatten beispiels­weise der Künstler Gustav Klimt, die Mediziner und Psychiater Richard von Krafft-Ebing und Julius Wagner-Jauregg, der Anatom und Volksbildner Julius Tandler und die Schriftsteller Hermann Bahr und Ludwig Hevesi. Neben dem Engagement für die Secession und die Wiener Werkstätte kam diesem Personenkreis auch eine zentrale Rolle in der wissenschaftszentrierten Erwachsenenbildung der Wiener Jahrhundertwende zu.
Die vorliegende Untersuchung behandelt, ausgehend von der Wiener Moderne-Forschung und der rezenten Wissenschaftshistoriographie, eben diese zahlreichen Verbindungen zwischen der wissenschaftlich-künstlerischen Salongesellschaft Zuckerkandl und der Wiener Volksbildungsbewegung um 1900. Die detaillierte Auslotung dieser volksbildnerischen Aktivitäten möchte mit ihrer wissenschaftsgeschichtlichen und akteurzentrierten Perspektive nicht nur die Volkshochschulforschung in Richtung einer „Intellectual History of (Popular-)Knowledge“ erweitern, sondern ebenfalls einen Beitrag zur Diskussion über das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit in der Wiener Moderne leisten.
[Enzyklopädisches Stichwort]

Über den Autor

Mag. phil. Markus Oppenauer, Historiker, Studium der Geschichtswissenschaften mit Spezialisierung in neuerer und neuester Wissenschafts­geschichte an der Universität Wien; derzeit Doktoratsstudium der Philo­sophie an der Universität Wien; seit 2009 Mitarbeiter am Department und Sammlungen für Geschichte der Medizin der Medizinischen Universität Wien (www.josephinum.meduniwien.ac.at) und wissenschafts- bzw. medizin­historische Vortrags- und Publikationstätigkeit: aktuell z. B. Die 1968er-Bewegung – Eine Diskontinuität in der historischen Entwicklung der ­Homöopathie in Österreich. In: VIRUS. Beiträge zur Sozialgeschichte der Medizin 9 (2010) 69–84.